Fahrrad-Marktdaten 2026: Wie viele Fahrräder & E-Bikes werden in Deutschland verkauft?

Der deutsche Fahrradmarkt befindet sich 2026 wieder auf Erholungskurs. Nach den starken Boomjahren während der Corona-Pandemie und den anschließenden Jahren mit hohen Lagerbeständen stabilisiert sich die Branche zunehmend. Besonders interessant ist dabei die Entwicklung der E-Bikes: Mehr als die Hälfte der in Deutschland verkauften Fahrräder sind inzwischen elektrisch unterstützt.

Die aktuellsten verfügbaren Zahlen für 2026 beziehen sich auf das erste Halbjahr. Für das Gesamtjahr liegen noch keine endgültigen Verkaufszahlen vor. Die Marktdaten des Branchenverbands ZIV zeigen jedoch bereits eine positive Entwicklung.

Wie viele Fahrräder werden in Deutschland verkauft?

Im Jahr 2025 wurden in Deutschland insgesamt rund 3,8 Millionen Fahrräder und E-Bikes verkauft. Gegenüber 2024 bedeutete dies einen leichten Rückgang von 3,9 Prozent. Gleichzeitig hat sich der Markt auf einem weiterhin hohen Niveau stabilisiert. ZIV – Die Fahrradindustrie

Die Verteilung sah 2025 folgendermaßen aus:

Fahrrad-Marktdaten Deutschland 2025
Fahrräder und E-Bikes insgesamt ca. 3,8 Mio.
E-Bikes ca. 2,0 Mio.
klassische Fahrräder ca. 1,8 Mio.
Anteil E-Bikes 52,7 %
Anteil Fahrräder 47,3 %
Gesamtumsatz 5,85 Mrd. €
Fahrrad- und E-Bike-Bestand 90,6 Mio.

Damit wurden 2025 erneut mehr E-Bikes als klassische Fahrräder verkauft. Der E-Bike-Anteil lag mit 52,7 Prozent allerdings etwas niedriger als in den Jahren zuvor. ZIV – Die Fahrradindustrie

E-Bikes bleiben das wichtigste Marktsegment

Das E-Bike ist inzwischen das dominierende Produkt auf dem deutschen Fahrradmarkt. Von den rund 3,8 Millionen verkauften Fahrzeugen im Jahr 2025 entfielen etwa 2 Millionen auf E-Bikes.

Damit waren mehr als die Hälfte aller verkauften Fahrräder elektrisch unterstützt. Gleichzeitig überschritt der Bestand an E-Bikes in Deutschland die Marke von 17 Millionen Fahrzeugen. ZIV – Die Fahrradindustrie

Zum Vergleich: 2019 lag die E-Bike-Produktion in Deutschland noch bei rund 1 Million Stück. In den Jahren 2021 und 2022 wurden sogar 1,5 beziehungsweise 1,7 Millionen E-Bikes produziert. 2025 lag die deutsche Produktion bei rund 1,3 Millionen E-Bikes. ZIV – Die Fahrradindustrie

Fahrradmarkt 2026 entwickelt sich wieder positiv

Die ersten verfügbaren Zahlen für 2026 machen Hoffnung auf eine weitere Stabilisierung. Nach Angaben des ZIV legte der Absatz klassischer Fahrräder im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 10 Prozent zu.

Auch E-Bikes entwickelten sich positiv. Ihr Verkauf stieg im ersten Halbjahr 2026 um rund 2 Prozent. Gleichzeitig erhöhte sich die Fahrradproduktion um 6 Prozent und die E-Bike-Produktion um mehr als 4 Prozent. ZIV – Die Fahrradindustrie

Die Entwicklung ist deshalb bemerkenswert, weil die Branche zuvor mit hohen Lagerbeständen und einer schwächeren Nachfrage zu kämpfen hatte. Laut ZIV sind diese Lagerüberhänge inzwischen weitgehend abgebaut.

Wie viele Fahrräder und E-Bikes könnten 2026 verkauft werden?

Eine endgültige Jahreszahl lässt sich im Oktober 2026 noch nicht seriös nennen. Die Halbjahreszahlen zeigen jedoch, dass der Markt wieder wächst.

Eine einfache Hochrechnung der bisherigen Entwicklung wäre daher mit Vorsicht zu betrachten. Saisonale Schwankungen spielen im Fahrradgeschäft eine große Rolle, insbesondere weil Frühjahr und Sommer für den Verkauf besonders wichtig sind.

Sollte sich die positive Entwicklung des ersten Halbjahres fortsetzen, könnte der deutsche Gesamtmarkt 2026 wieder über dem Niveau von 2025 liegen. Ein neuer Boom wie 2020 bis 2022 ist nach den derzeit verfügbaren Marktdaten allerdings nicht erkennbar.

Entwicklung des Fahrradmarktes seit 2020

Die Entwicklung zeigt deutlich, wie stark sich der deutsche Fahrradmarkt innerhalb weniger Jahre verändert hat:

Jahr Verkäufe Fahrräder & E-Bikes
2019 ca. 4,0 Mio.
2020 deutlich gestiegene Nachfrage
2021 sehr hohes Marktniveau
2022 ca. 4,6 Mio.
2023 ca. 3,95 Mio.
2024 ca. 3,85 Mio.
2025 ca. 3,8 Mio.
2026 noch keine endgültige Jahreszahl

Vor allem 2022 war ein außergewöhnliches Jahr. Anschließend normalisierte sich der Markt. Der ZIV bezeichnet die vergangenen Jahre entsprechend als Phase der Konsolidierung. ZIV – Die Fahrradindustrie

Umsatz mit Fahrrädern und E-Bikes

Nicht nur die Stückzahlen sind für die Beurteilung des Marktes wichtig. Auch der Umsatz zeigt, welche wirtschaftliche Bedeutung Fahrräder und E-Bikes inzwischen besitzen.

2025 wurde mit Fahrrädern und E-Bikes in Deutschland ein Umsatz von rund 5,85 Milliarden Euro erzielt. Damit lag der Umsatz zwar 7,7 Prozent unter dem Vorjahreswert, gleichzeitig bleibt die Branche auf einem deutlich höheren Niveau als vor der Corona-Zeit. ZIV – Die Fahrradindustrie

Ein Grund für den Umsatzrückgang sind unter anderem Preisnachlässe und die Normalisierung des Marktes nach den außergewöhnlich starken Verkaufsjahren.

Produktion in Deutschland

Auch bei der Produktion zeigt sich die Dominanz des E-Bikes. 2025 wurden in Deutschland rund 658.000 klassische Fahrräder und etwa 1,285 Millionen E-Bikes hergestellt.

Insgesamt entsprach die deutsche Produktion damit rund 1,94 Millionen Fahrrädern und E-Bikes. Auf ein in Deutschland produziertes klassisches Fahrrad kamen rechnerisch etwa zwei E-Bikes. ZIV – Die Fahrradindustrie

Die Produktion ist damit deutlich stärker auf elektrisch unterstützte Fahrräder ausgerichtet als noch vor zehn Jahren.

Welche Fahrradtypen sind 2026 besonders gefragt?

Neben E-Bikes zeigen sich weitere interessante Trends. Besonders sportliche Fahrräder wie Gravelbikes und Rennräder erfreuen sich weiterhin einer hohen Nachfrage. Auch Mountainbikes, insbesondere E-Mountainbikes, spielen eine wichtige Rolle.

Der ZIV berichtet für 2026 außerdem von einer zunehmenden Nachfrage nach Gravelbikes im mittleren und niedrigeren Preisbereich. Auch Einstiegs-Hardtails konnten wieder leicht zulegen. ZIV – Die Fahrradindustrie

Damit konzentriert sich das Wachstum nicht ausschließlich auf klassische City-E-Bikes.

Fahrradmarkt profitiert vom Dienstrad-Leasing

Ein wichtiger Faktor für den deutschen Fahrradmarkt ist das Dienstrad-Leasing. 2025 wurden rund 720.000 neue Diensträder geleast. Die gesamte Dienstrad-Flotte umfasste bereits etwa 2,2 Millionen Fahrzeuge. Mehr als 340.000 Unternehmen boten ihren Beschäftigten entsprechende Leasingangebote an. ZIV – Die Fahrradindustrie

Auch wenn das Neugeschäft 2025 leicht zurückging, bleibt das Dienstrad-Leasing damit ein bedeutender Absatzkanal.

Ausblick auf den Fahrradmarkt 2026

Die aktuellen Marktdaten sprechen für eine vorsichtige Erholung. Die Branche scheint die schwierige Phase mit Überbeständen und schwächerer Nachfrage weitgehend hinter sich zu lassen.

Besonders wichtig sind dabei drei Entwicklungen:

  1. E-Bikes bleiben das größte Marktsegment.
  2. Der klassische Fahrradmarkt wächst 2026 wieder.
  3. Lagerbestände haben sich deutlich normalisiert.

Gleichzeitig dürfte der deutsche Fahrradmarkt nicht ohne Herausforderungen bleiben. Die Kaufkraft der Verbraucher, die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung, Preise, Leasingangebote und die Entwicklung der Fahrradinfrastruktur beeinflussen die Nachfrage.

Fazit: Fahrradmarkt bleibt auf hohem Niveau

Die Fahrrad-Marktdaten 2026 zeigen einen Markt, der sich nach den starken Schwankungen der vergangenen Jahre wieder stabilisiert. 2025 wurden rund 3,8 Millionen Fahrräder und E-Bikes verkauft. Davon waren etwa 2 Millionen E-Bikes und rund 1,8 Millionen klassische Fahrräder.

Für 2026 liegen bislang nur Halbjahresdaten vor. Diese zeigen jedoch eine positive Tendenz: Der Fahrradabsatz stieg im ersten Halbjahr um knapp 10 Prozent, während die E-Bike-Verkäufe um rund 2 Prozent zulegten. ZIV – Die Fahrradindustrie

Damit bleibt Deutschland einer der bedeutenden Fahrrad- und E-Bike-Märkte Europas. Vor allem die inzwischen mehr als 17 Millionen E-Bikes im Bestand zeigen, wie dauerhaft sich das elektrisch unterstützte Fahrrad im deutschen Mobilitätsmix etabliert hat.

Quellen und weiterführende Informationen

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