Fahrraddiebstahl bleibt in Deutschland ein großes Problem. Zwar ist die Zahl der polizeilich registrierten Fahrraddiebstähle zuletzt deutlich gesunken, gleichzeitig werden hochwertige Fahrräder und insbesondere E-Bikes für Kriminelle immer attraktiver. Die aktuellen Zahlen für 2026 beziehen sich auf die Kriminalstatistik 2025, die im April 2026 veröffentlicht wurde.
Deutschlandweit wurden 2025 rund 214.300 Fahrraddiebstähle polizeilich registriert. Das waren etwa 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Doch zwischen den Städten gibt es erhebliche Unterschiede. Besonders häufig werden Fahrräder in Fahrrad- und Universitätsstädten wie Münster, Göttingen und Freiburg gestohlen. GDV
Wie viele Fahrräder werden in Deutschland gestohlen?
Nach den aktuellen Zahlen wurden 2025 etwa 214.000 Fahrraddiebstähle bei der Polizei angezeigt. Damit setzte sich der rückläufige Trend der vergangenen Jahre fort.
Zum Vergleich:
| Jahr | Polizeilich erfasste Fahrraddiebstähle |
|---|---|
| 2005 | knapp 400.000 |
| 2023 | rund 264.000 |
| 2024 | rund 246.600 |
| 2025 | rund 214.300 |
Damit liegt die Zahl der registrierten Fahrraddiebstähle inzwischen deutlich unter dem Niveau von vor 20 Jahren. Allerdings bedeutet das nicht automatisch, dass tatsächlich so viel weniger Fahrräder gestohlen werden. Nicht jeder Diebstahl wird der Polizei gemeldet. Die Versicherer
Die Bundesregierung veröffentlichte die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 am 20. April 2026. Sie bildet die Grundlage für die aktuell verfügbaren bundesweiten Vergleichszahlen. Bundesregierung.de
Münster ist die Fahrradklau-Hauptstadt
Wer wissen möchte, wo Fahrraddiebe besonders häufig zuschlagen, sollte nicht nur auf die absolute Zahl der Diebstähle schauen.
In absoluten Zahlen liegt Berlin vorne. Werden die Fälle jedoch auf die Einwohnerzahl bezogen, sieht die Rangliste völlig anders aus.
2025 führte Münster die Statistik mit knapp 1.500 Fahrraddiebstählen je 100.000 Einwohner an. Dahinter folgten Göttingen mit knapp 1.300 und Freiburg im Breisgau mit gut 1.100 Fällen je 100.000 Einwohner. Die Versicherer
Fahrraddiebstahl nach Städten 2025
| Stadt | Fahrraddiebstähle je 100.000 Einwohner, ca. |
|---|---|
| Münster | 1.500 |
| Göttingen | 1.300 |
| Freiburg im Breisgau | 1.100 |
| weitere Fahrrad- und Universitätsstädte | teilweise deutlich über Bundesdurchschnitt |
Die hohe Diebstahlquote dieser Städte ist nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass die Bewohner besonders unvorsichtig sind. Münster, Göttingen und Freiburg haben einen außergewöhnlich hohen Fahrradanteil. Außerdem werden Fahrräder dort besonders häufig genutzt und an Bahnhöfen, Universitäten und in Innenstädten abgestellt.
Berlin hat die meisten Fahrraddiebstähle
Bei den absoluten Fallzahlen sieht die Situation anders aus. Hier führt Berlin die Statistik an.
2025 wurden in Berlin etwa 23.000 Fahrraddiebstähle registriert. Dahinter folgten Hamburg mit rund 10.000, Köln mit etwa 6.400 und München mit ungefähr 5.700 Fällen. Die Versicherer
Das bedeutet allerdings nicht, dass das persönliche Diebstahlrisiko in Berlin automatisch höher ist als in kleineren Fahrradstädten. Eine Millionenstadt hat schlicht wesentlich mehr Einwohner und entsprechend mehr Fahrräder.
Für einen sinnvollen Städtevergleich ist deshalb die sogenannte Häufigkeitszahl wesentlich aussagekräftiger. Sie gibt die Zahl der registrierten Fälle pro 100.000 Einwohner an.
Warum werden in Universitätsstädten so viele Fahrräder gestohlen?
Ein wichtiger Grund ist die große Zahl vorhandener Fahrräder.
In Städten wie Münster, Göttingen oder Freiburg gehören Fahrräder zum alltäglichen Verkehrsmittel. Viele Menschen fahren täglich mit dem Rad zur Universität, zur Arbeit oder zum Bahnhof. Dadurch stehen besonders viele Fahrräder im öffentlichen Raum.
Hinzu kommen große Fahrradabstellanlagen an Bahnhöfen und Hochschulen. Solche Orte können für Diebe interessant sein, weil dort zahlreiche Fahrräder auf relativ engem Raum abgestellt werden.
Die hohe Zahl der Fahrraddiebstähle sollte deshalb immer auch im Zusammenhang mit der Fahrradnutzung einer Stadt betrachtet werden.
E-Bikes werden für Diebe immer interessanter
Eine weitere wichtige Entwicklung betrifft den Wert der gestohlenen Fahrräder.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) meldete für 2025 rund 115.000 versicherte Fahrraddiebstähle. Die Versicherer mussten dafür insgesamt etwa 150 Millionen Euro bezahlen. Der durchschnittliche Schaden erreichte mit rund 1.270 Euro einen neuen Höchststand. GDV
Der Grund liegt unter anderem darin, dass heute wesentlich häufiger hochwertige Fahrräder und E-Bikes gestohlen werden.
Ein modernes E-Bike kann mehrere tausend Euro kosten. Für organisierte Diebe sind solche Fahrräder deshalb deutlich lukrativer als einfache ältere Fahrräder.
Fahrraddiebstahl verursacht hohe Schäden
Interessant ist die Entwicklung von Fallzahlen und Schadenshöhe: Während die Zahl der Diebstähle sinkt, bleibt der finanzielle Schaden hoch.
2025 wurden den Versicherern etwa 115.000 versicherte Fahrraddiebstähle gemeldet. Der durchschnittliche Schaden lag bei 1.270 Euro. Insgesamt wurden rund 150 Millionen Euro an Entschädigungen gezahlt. GDV
Damit zeigt sich ein deutlicher Wandel des Fahrradmarktes. Fahrräder sind in Deutschland nicht mehr nur günstige Fortbewegungsmittel. Hochwertige E-Bikes, Lastenräder, Mountainbikes und Rennräder können erhebliche Vermögenswerte darstellen.
Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher sein
Die polizeiliche Statistik zeigt nur die offiziell angezeigten Fälle.
Der GDV weist darauf hin, dass nicht jeder Fahrraddiebstahl bei der Polizei gemeldet wird. Laut Angaben aus der Dunkelfeldforschung werden lediglich etwa 50 bis 60 Prozent der Fahrraddiebstähle angezeigt. Unter dieser Annahme könnte die tatsächliche Zahl der gestohlenen Fahrräder deutlich über den rund 214.000 registrierten Fällen liegen. Die Versicherer
Das macht die Statistik zu einer wichtigen Orientierung, aber nicht zu einer vollständigen Erfassung sämtlicher Fahrraddiebstähle.
Wo sollten Fahrräder besonders gut gesichert werden?
Besonders gefährdet sind Fahrräder, die regelmäßig längere Zeit unbeaufsichtigt im öffentlichen Raum stehen. Dazu gehören beispielsweise:
- Bahnhöfe und große Fahrradparkplätze
- Innenstädte
- Universitätsstandorte
- Einkaufszentren
- öffentliche Verkehrsknotenpunkte
- schlecht beleuchtete Fahrradabstellplätze
- frei zugängliche Innenhöfe
Der ADAC weist ebenfalls darauf hin, dass Bahnhöfe, Einkaufsstraßen, Schulen und andere zentrale öffentliche Plätze typische Orte sein können, an denen gestohlene Fahrräder später wieder auftauchen. ADAC
Wie kann man Fahrraddiebstahl verhindern?
Ein gutes Fahrradschloss ist eine der wichtigsten Schutzmaßnahmen. Das Fahrrad sollte möglichst immer mit dem Rahmen an einem festen Gegenstand angeschlossen werden.
Der GDV empfiehlt unter anderem stabile Bügel- oder Kettenschlösser. Bei hochwertigen Fahrrädern kann auch die Kombination aus zwei Schlössern sinnvoll sein. Zusätzlich sollte das Fahrrad möglichst an gut einsehbaren und beleuchteten Stellen abgestellt werden. GDV
Auch die Registrierung beziehungsweise Codierung kann hilfreich sein. Wichtig sind außerdem Fotos, Kaufbeleg und Rahmennummer. Diese Informationen erleichtern die Identifizierung des Fahrrads, wenn es gestohlen wurde.
Was tun, wenn das Fahrrad gestohlen wurde?
Wer feststellt, dass sein Fahrrad verschwunden ist, sollte den Diebstahl möglichst schnell bei der Polizei anzeigen. Für eine spätere Versicherungsleistung ist die Anzeige in der Regel ebenfalls erforderlich.
Hilfreich sind:
- Rahmennummer des Fahrrads
- Kaufrechnung
- Fotos des Fahrrads
- Marke und Modell
- besondere Merkmale und Zubehör
- Informationen zur Fahrradcodierung
- Angaben zum Tatort und Tatzeitraum
Der ADAC empfiehlt außerdem, bei bestehendem Versicherungsschutz sowohl die Polizei als auch den Versicherer zu informieren. ADAC
Fazit: Wo werden die meisten Fahrräder gestohlen?
Die Fahrraddiebstahl-Statistik 2026 zeigt ein differenziertes Bild. In absoluten Zahlen ist Berlin der größte Hotspot, gefolgt von Städten wie Hamburg, Köln und München. Betrachtet man die Diebstähle dagegen im Verhältnis zur Einwohnerzahl, stehen Münster, Göttingen und Freiburg an der Spitze.
Bundesweit wurden 2025 rund 214.300 Fahrraddiebstähle registriert – etwa 13 Prozent weniger als 2024. Gleichzeitig steigt der durchschnittliche finanzielle Schaden, weil Diebe zunehmend hochwertige Fahrräder und E-Bikes ins Visier nehmen. GDV
Für Fahrradbesitzer bedeutet das: Die Wahrscheinlichkeit eines Diebstahls ist zwar langfristig gesunken, der finanzielle Verlust kann bei einem modernen E-Bike jedoch erheblich sein. Ein hochwertiges Schloss, das Anschließen an einen festen Gegenstand, eine Registrierung und ein passender Versicherungsschutz bleiben deshalb auch 2026 wichtige Maßnahmen.