Deutschland gehört zu den wichtigsten Radreisemärkten Europas. Ob Nordseeküste, Ostfriesland, Bodensee oder Bayern: Zahlreiche Regionen verfügen über ein dichtes Netz aus Radwegen, touristischen Angeboten und fahrradfreundlichen Unterkünften.
Für die Einordnung der beliebtesten Radreise-Regionen 2026 bietet die ADFC-Radreiseanalyse 2025, die im März 2026 veröffentlicht wurde, die aktuellste bundesweite Datengrundlage. Die Untersuchung basiert auf einer repräsentativen Online-Befragung mit mehr als 17.300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Wichtig ist dabei die Definition: Das Ranking der Radregionen bezieht sich auf klassische Radreisen mit mindestens drei Übernachtungen. Es handelt sich also nicht um ein allgemeines Ranking aller touristischen Regionen Deutschlands.
Beliebteste Radreise-Regionen Deutschland: Statistik-Tabelle 2026
| Rang | Radreise-Region | Anteil 2025 | Veränderung gegenüber 2023 |
|---|---|---|---|
| 1 | Nordseeküste Niedersachsen | 7,6 % | +3 Plätze |
| 2 | Ostfriesland | 6,2 % | +8 Plätze |
| 3 | Bodensee | 6,0 % | −1 Platz |
| 3 | Grafschaft Bentheim/Emsland/Osnabrücker Land | 6,0 % | −2 Plätze |
| 4 | Nordsee Schleswig-Holstein | 5,9 % | +5 Plätze |
| 5 | Mecklenburgische Ostseeküste | 5,2 % | +4 Plätze |
| 5 | Ostsee Schleswig-Holstein | 5,2 % | −2 Plätze |
| 6 | Allgäu | 4,9 % | −1 Platz |
| 7 | Vorpommern | 4,4 % | neu |
| 8 | Mecklenburgische Schweiz/Seenplatte | 4,1 % | −1 Platz |
| 9 | Münsterland | 4,0 % | −1 Platz |
| 10 | Mosel-Saar | 3,6 % | −4 Plätze |
Quelle: ADFC-Radreiseanalyse 2025. Die Rangangaben beziehen sich auf Radreisen ab drei Übernachtungen. Bei geteilten Platzierungen führt die ADFC-Tabelle die nachfolgenden Ränge entsprechend ihrer eigenen Nummerierung weiter.
Nordseeküste Niedersachsen auf Platz 1
Die Nordseeküste Niedersachsens ist laut aktueller ADFC-Radreiseanalyse die meistbefahrene Radreise-Region Deutschlands. 7,6 Prozent der Befragten, die eine Radreise mit mindestens drei Übernachtungen unternommen hatten, nannten die Region.
Gegenüber der vorherigen Erhebung konnte die niedersächsische Nordseeküste drei Plätze gutmachen. Damit liegt sie vor Ostfriesland und der Bodensee-Region.
Die Küstenlandschaft bietet vergleichsweise flache Strecken und eignet sich dadurch für unterschiedliche Zielgruppen. Neben klassischen Mehrtagestouren sind auch kürzere Etappen und Kombinationen aus Fahrrad- und Urlaubstagen möglich.
Ostfriesland erreicht Rang 2
Besonders stark entwickelte sich Ostfriesland. Die Region verbesserte sich im aktuellen ADFC-Ranking um acht Plätze und erreicht mit einem Anteil von 6,2 Prozent den zweiten Rang.
Damit gehören gleich zwei niedersächsische Regionen zu den beiden meistgenannten Radreisegebieten Deutschlands. Auch die Region Grafschaft Bentheim, Emsland und Osnabrücker Land befindet sich mit 6,0 Prozent unter den führenden Gebieten.
Bodensee gehört weiterhin zu den beliebtesten Radregionen
Der Bodensee erreicht ebenfalls 6,0 Prozent und teilt sich damit den dritten Platz mit der Region Grafschaft Bentheim/Emsland/Osnabrücker Land.
Die Bodensee-Region unterscheidet sich landschaftlich deutlich von den norddeutschen Küstenregionen. Rund um den See treffen Wasserlandschaft, Alpenpanorama, Städte und länderübergreifende Radwege aufeinander.
Auch bei den Radfernwegen spielt der Bodensee eine wichtige Rolle. Der Bodensee-Königssee-Radweg belegte in der aktuellen ADFC-Auswertung Platz 5 der meistbefahrenen Radfernwege Deutschlands.
Bayern im Radreise-Ranking
Bayern ist als Bundesland insgesamt ein bedeutendes Ziel für Radreisende. Bei den meistbefahrenen Radregionen ist insbesondere das Allgäu vertreten. Die Region erreicht 4,9 Prozent und liegt damit auf Platz 6 der ADFC-Auswertung.
Bayern taucht außerdem über mehrere wichtige Radfernwege in der Statistik auf. Der Bodensee-Königssee-Radweg sowie der Donauradweg gehören beispielsweise zu den zehn meistbefahrenen Radfernwegen.
Nach Angaben der TourismusMarketing Niedersachsen lag Bayern bei klassischen Radreisen mit mindestens drei Übernachtungen bundesweit bei 22,5 Prozent und damit vor Niedersachsen mit 20,2 Prozent. Hierbei handelt es sich allerdings um ein Bundesländer-Ranking, nicht um das Ranking einzelner Radregionen.
Norddeutschland dominiert die Top-Ränge
Ein auffälliges Ergebnis der aktuellen Statistik ist die starke Präsenz norddeutscher Regionen.
Unter den ersten zehn Positionen finden sich:
- Nordseeküste Niedersachsen
- Ostfriesland
- Nordsee Schleswig-Holstein
- Mecklenburgische Ostseeküste
- Ostsee Schleswig-Holstein
- Vorpommern
- Mecklenburgische Schweiz/Seenplatte
- Münsterland
Damit konzentriert sich ein großer Teil der beliebtesten Radreisegebiete auf den Norden Deutschlands. Der ADFC spricht deshalb ausdrücklich davon, dass die meistbefahrenen Regionen häufig im Norden liegen.
Welche Rolle spielen Radfernwege?
Die Beliebtheit einzelner Regionen steht häufig in engem Zusammenhang mit bekannten Radfernwegen. Für 2025 führt der ADFC folgende zehn meistbefahrene Radfernwege auf:
| Rang | Radfernweg | Anteil |
|---|---|---|
| 1 | Elberadweg | 8,3 % |
| 2 | Weser-Radweg | 7,7 % |
| 3 | Ostseeküstenradweg | 7,0 % |
| 4 | Rheinradweg | 5,6 % |
| 5 | Bodensee-Königssee-Radweg | 4,8 % |
| 6 | MainRadweg | 4,7 % |
| 7 | Donauradweg | 4,5 % |
| 8 | Mosel-Radweg | 4,2 % |
| 9 | EmsRadweg | 3,4 % |
| 10 | Fünf-Flüsse-Radweg | 3,1 % |
Der Elberadweg liegt damit vor dem Weser-Radweg und dem Ostseeküstenradweg. Interessant ist außerdem, dass mit dem Bodensee-Königssee-Radweg auch eine Route vertreten ist, die Süddeutschland mit dem Bodenseeraum verbindet.
Radreisen in Deutschland: Aktuelle Statistik
Die Bedeutung des Fahrradtourismus lässt sich nicht nur an den beliebtesten Regionen ablesen. 2025 unternahmen laut ADFC rund 3,3 Millionen Menschen eine klassische Radreise mit mindestens drei Übernachtungen. Insgesamt kamen diese Reisenden auf etwa 4,6 Millionen Radreisen.
Weitere 4,2 Millionen Menschen unternahmen 2025 Radkurzreisen mit ein oder zwei Übernachtungen. Außerdem nutzten 12,7 Millionen Menschen das Fahrrad während eines Urlaubs, bei dem Radfahren nicht das Hauptmotiv der Reise war.
Damit ist Radfahren nicht ausschließlich auf klassische mehrtägige Radtouren beschränkt. Auch bei Familien-, Erholungs- und anderen Urlaubsreisen spielt das Fahrrad eine zunehmend wichtige Rolle.
Tagesausflüge ergänzen den Radreisemarkt
Neben Übernachtungsreisen sind Fahrradtagesausflüge ein besonders großes Segment. Nach Angaben des ADFC unternahmen 2025 rund 34 Millionen Menschen insgesamt 361 Millionen Tagesausflüge mit dem Fahrrad.
Der Wert liegt zwar unter dem Niveau von 2023, bleibt aber auf einem hohen absoluten Niveau. Gleichzeitig zeigt die Untersuchung, dass das Fahrrad im Urlaub häufiger als Teil einer klassischen Urlaubsreise eingesetzt wird.
Warum sind Küstenregionen beim Radreisen so beliebt?
Die Statistik zeigt eine auffällige Konzentration der Top-Regionen an Nord- und Ostsee. Ein Grund ist die geografische Beschaffenheit vieler Küstenregionen. Flache Landschaften ermöglichen längere Tagesetappen ohne größere Höhenunterschiede.
Hinzu kommen touristische Attraktionen wie Strände, Inseln, Hafenstädte, Naturschutzgebiete und maritime Landschaften. Für mehrtägige Radtouren lassen sich dadurch sportliche Etappen mit klassischen Urlaubserlebnissen verbinden.
Auch die Verfügbarkeit von Radwegen, Unterkünften und touristischer Infrastruktur spielt eine Rolle. Der ADFC nennt sichere und gut gepflegte Radwege sowie eine unkomplizierte Fahrradmitnahme im öffentlichen Verkehr als wichtige Faktoren für den Radtourismus.
Radreisen und E-Bikes
Auch die zunehmende Verbreitung von E-Bikes verändert den Radreisemarkt. E-Bikes ermöglichen es, größere Entfernungen zurückzulegen und Höhenunterschiede leichter zu bewältigen.
Dadurch kommen auch Regionen infrage, die für weniger trainierte Radreisende früher schwieriger gewesen sein können. Das betrifft insbesondere hügeligere Gebiete in Süddeutschland.
Die ADFC-Radreiseanalyse 2025 zeigt insgesamt eine zunehmende E-Bike-Nutzung. Gleichzeitig stehen Naturerlebnis und Erholung weiterhin weit oben bei den Motiven für Radreisen.
Wirtschaftliche Bedeutung des Radtourismus
Radreisen sind auch wirtschaftlich relevant. Nach Berechnungen des ADFC wurden 2025 im gesamten Radtourismus zwischen 38,7 und 41,8 Milliarden Euro ausgegeben.
Bei klassischen Radreisen mit mindestens drei Übernachtungen lagen die durchschnittlichen Ausgaben bei rund 133 Euro pro Person und Tag. Bei Radkurzreisen waren es etwa 144 Euro.
Von diesen Ausgaben profitieren unter anderem Hotels, Pensionen, Gastronomie, Fahrradverleiher, Werkstätten sowie weitere touristische Anbieter.
Statistik 2026: Was ist bei der Interpretation zu beachten?
Das Jahr 2026 bezeichnet bei diesem Beitrag den Veröffentlichungszeitpunkt der aktuellsten verfügbaren Statistik. Die ADFC-Radreiseanalyse 2025 wurde am 4. März 2026 vorgestellt und liefert die aktuellsten bundesweit vergleichbaren Daten zu den Radreise-Regionen.
Die Tabelle ist deshalb keine Prognose für die touristischen Besucherzahlen des gesamten Jahres 2026. Sie beschreibt die Ergebnisse der Befragung zum Reisejahr 2025, die 2026 veröffentlicht wurden.
Das ist bei Statistiken zu Radreisen besonders wichtig, da Rankings von Jahr zu Jahr durch Wetter, Ferienzeiten, wirtschaftliche Faktoren, Infrastruktur und verändertes Reiseverhalten beeinflusst werden können.
Fazit: Die beliebtesten Radreise-Regionen Deutschlands
Die aktuelle Statistik zeigt eine klare Konzentration der beliebtesten Radreise-Regionen im Norden Deutschlands. Die Nordseeküste Niedersachsens steht mit 7,6 Prozent an erster Stelle, gefolgt von Ostfriesland mit 6,2 Prozent. Den dritten Platz teilen sich Bodensee sowie Grafschaft Bentheim/Emsland/Osnabrücker Land mit jeweils 6,0 Prozent.
Auch die Nordsee Schleswig-Holsteins, die Mecklenburgische Ostseeküste und weitere norddeutsche Regionen erreichen hohe Platzierungen. Süddeutschland ist insbesondere durch den Bodensee und das Allgäu vertreten.
Für Radreisende bietet die Statistik damit einen guten Überblick über die derzeit am häufigsten genannten Regionen. Sie sagt allerdings nicht aus, welche Region für jeden einzelnen Reisenden am besten geeignet ist. Dafür sind persönliche Faktoren wie gewünschte Landschaft, Etappenlänge, Höhenprofil, Familienfreundlichkeit, Unterkunftsangebot und Anreise entscheidend.